Marketing Utopias 2030 ff.: Was jetzt zählt – und was morgen entscheidet.

Marketing steht nicht vor dem nächsten Trend. Marketing steht vor einer Entscheidung.

KI macht Inhalte schneller, Varianten billiger und Produktion skalierbar. Strategieansätze, Zielgruppenanalysen, Konzepte, Texte, Visuals, Headlines und Claims entstehen heute in Minuten. Doch genau dadurch verschiebt sich die eigentliche Frage: Wer entscheidet künftig, was gut, richtig, relevant und verantwortbar ist?

Mit „Marketing Utopias 2030 ff.“ legt die Österreichische Marketing-Gesellschaft gemeinsam mit der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation ein Whitepaper vor, das nicht noch einen weiteren Zukunftsbericht liefern will. Es ist ein Kompass für eine Branche, die lernen muss, mit mehr Möglichkeiten besser umzugehen.

Denn der Engpass im Marketing ist längst nicht mehr nur der Output. Der Engpass liegt in der Qualität der Entscheidungen, wie wir in unseren Sandboxes herausarbeiten konnten. Aber auch in der Klarheit von Briefings. In der Fähigkeit, Technologie zu führen. In Prozessen, die Tempo ermöglichen, ohne Verantwortung auszulagern. Und in Kommunikation, die nicht lauter wird, sondern glaubwürdiger.

Drei Fragen für Marketing 2030 ff.

Die Publikation bündelt Erkenntnisse aus drei ÖMG-Sandboxen, Stimmen aus der Praxis, Daten zur Wahrnehmung von Marketing in Österreich und konkrete Handlungsimpulse für Unternehmen, Agenturen und Marketer:innen.

Im Zentrum stehen drei große Zukunftsfragen.

  1. Was braucht Marketing im KI-Zeitalter wirklich?

Prompt & Purpose zeigt: KI-Kompetenz ist nicht nur Prompting. KI-Kompetenz ist Denken. Wenn Produktion immer leichter wird, braucht Marketing mehr Urteilskraft, bessere Qualitätsmaßstäbe und klare Verantwortung.

Es geht nicht darum, möglichst viel zu generieren. Es geht darum, richtig zu fragen, sauber zu prüfen, klug zu kuratieren und markenkonform zu entscheiden.

  1. Wie verändert sich Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Agenturen?

Von Full Service zu Full Flex beschreibt den Wandel von gewohnten Leistungspaketen hin zu flexibleren, modularen und stärker orchestrierten Arbeitsmodellen.

Full Flex klingt nach Freiheit. In Wahrheit braucht es mehr Führung. Mehr Klarheit. Mehr Verlässlichkeit. Wer mit mehreren Spezialist:innen, Partner:innen und Tools arbeitet, braucht ein Betriebssystem für Zusammenarbeit: klare Rollen, saubere Schnittstellen, definierte Abnahmen und gemeinsame Qualitätskriterien.

  1. Wie gelingt Kommunikation, wenn Themen unbequem werden?

Zwischen Widerstand und Wandel zeigt, warum Kommunikation nicht bei Botschaften beginnt, sondern bei Beziehungen. Gerade, wenn´s ruppig wird.

Transformation, Nachhaltigkeit, Kosten, Verzicht oder gesellschaftlicher Wandel stoßen oft nicht deshalb auf Widerstand, weil Informationen fehlen. Häufig fehlt Vertrauen. Wer sofort erklärt, erzeugt Abwehr. Wer zuerst zuhört und versteht, schafft die Grundlage für Wirkung.

Für wen ist das Whitepaper gedacht?

„Marketing Utopias 2030 ff.“ richtet sich an alle, die Marketing nicht nur als Disziplin der Sichtbarkeit verstehen, sondern als echte Führungsaufgabe.

An Marketer:innen, die KI nicht nur nutzen, sondern verantwortungsvoll integrieren wollen. An Unternehmen, die ihre Zusammenarbeit mit Agenturen neu denken. An Agenturen, die in flexibleren Modellen Orientierung, Qualität und Wirkung sichern wollen. An Kommunikator:innen, die auch dort Vertrauen aufbauen müssen, wo Themen schwierig, emotional oder widersprüchlich sind.

Was Leser:innen mitnehmen

Das Whitepaper liefert keine einfachen Prognosen. Es liefert Denkwerkzeuge.

Es zeigt, warum Marketing 2030 ff. nicht daran gemessen wird, wie viel es produziert, sondern ob es Orientierung schafft. Ob es Qualität definieren kann. Ob es Technologie sinnvoll einsetzt. Ob es Vertrauen baut. Und ob es Verantwortung übernimmt, wenn Entscheidungen komplexer werden.

Marketing Utopias 2030 ff. ist damit Einladung, Standortbestimmung und Arbeitsgrundlage zugleich.

Für alle, die Marketing nicht nur beobachten wollen. 
Sondern mitgestalten.
Jetzt kostenlos downloaden: [Download „Marketing Utopias 2030 ff.“]

3. ÖMG Sandbox: Zwischen Widerstand & Wirkung: Wie Kommunikation dann gelingt, wenn niemand hinhören will

Wie bringt man Botschaften durch, die unbequem sind, Ängste berühren oder scheinbar niemanden betreffen wollen? Die 3. ÖMG Sandbox lieferte am 03. Dezember in den Räumen von GGK MullenLowe intensive Antworten – und zeigte: Erfolgreiche Kommunikation in Zeiten von Polarisierung, Informationsflut und Veränderungsmüdigkeit braucht neue Methoden, mehr Mut und vor allem ein besseres Verständnis für Menschen.

Unter dem Thema „Zwischen Widerstand & Wandel – Wie man Botschaften durchbringt, die keiner hören will“ diskutierten Expert:innen aus Marketing, Wissenschaft und Wirtschaft, welche Werkzeuge heute notwendig sind, um unpopuläre Inhalte verständlich und wirksam zu transportieren.

Schon in der Eröffnung wurde klar: Es geht nicht um Kanäle oder Kampagnen – es geht um Beziehung.

ÖMG-Präsident Alexander Oswald brachte es pointiert auf den Punkt: „Beziehungsarbeit macht 80 Prozent des Erfolgs aus. Bevor wir über Inhalte sprechen, müssen wir Vertrauen schaffen.“

Auch ÖMG-Präsidentin Viktoria Zischka betonte: „Vertrauen ist wichtig, um Unpopuläres zu kommunizieren.“

Eine Kommunikationslandschaft im Stress – und im Wandel

Rationale Botschaften allein reichen längst nicht mehr. Menschen öffnen sich, wenn sie abgeholt, nicht belehrt werden, dies ist u.a. ein Punkt, der mehrfach unterstrichen wurde. Ideen und Realitäten müssen empathisch vermittelt werden, statt harte Maßnahmen nur anzukündigen.

Es braucht Reframing, aber ohne Verharmlosung: Die Runde war sich einig, dass „drumherum reden“ Vertrauen zerstört. Menschen spüren Unehrlichkeit sofort. Deutlich wurde auch: Das Land könnte schneller vorankommen, wenn Universitäten, Unternehmen, Medien und Politik stärker kooperieren würden.

Die Teilnehmer:innen der Sandbox – darunter Alexander Oswald (Futura GmbH & ÖMG), Claudia Falkinger (POINT&), Viktoria Zischka (REWE & ÖMG), Michael Kapfer (GGKMullenlowe), Markus Palzer-Khomenko (ClimateLab), Christine Vierthaler (Dentsu), Christoph Feymann (KFV), Bettina Schatz (Willhaben) und Sabrina Oswald (Futura GmbH & Creative Industrie Rat BMWET) – arbeiteten heraus, was Kommunikation heute erschwert und was sie zugleich dringend braucht.

Unangenehme Wahrheiten brauchen emotionale Zugänge

Rationale Botschaften allein reichen längst nicht mehr. Menschen öffnen sich, wenn sie abgeholt, nicht belehrt werden – ein Punkt, der mehrfach unterstrichen wurde. Ideen und Realitäten müssen empathisch vermittelt werden, statt harte Maßnahmen nur anzukündigen.

Verschiedene Kernaussagen & Erkenntnisse

  • Kommunikation braucht Verantwortung und Transparenz: Besonders bei Themen wie Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Wandel oder Digitalisierung sind Offenheit und ehrliche Ansprache entscheidend — statt Beschönigung oder Vermeidung.
  • Zielgruppendialog statt Broadcast: Erfolgreiche Kommunikation setzt auf Austausch: zuhören, reflektieren, einbinden — nicht nur senden.
  • Mehr Strategie, weniger Spektakel: Statt schnelle Schlagzeilen zählt Verantwortung mit Fokus auf Relevanz, Vertrauen und ausgelegt auf langfristige Bindung.
  • Strafen, Moralisieren und permanente Warnungen erzeugen mehr Abwehr als Veränderung. Nur wer Vorteile sichtbar macht z.B. im Thema Klimawandel und den damit einhergehenden Veränderungen und positiven Chancen z.B. für Unternehmen.

Die Diskussion zeigte deutlich, dass Kommunikation im Wandel weniger eine Frage von Kanälen oder Budget ist, sondern von Haltung, Klarheit und Empathie.

„Wahrheit erreicht Menschen nur über Emotion. In Zeiten großer Veränderungen brauchen wir positive Narrative, eine große Vision und ganz klar: Weniger Orientierungslosigkeit.“ so Sabrina Oswald, Futura GmbH & Vorständin ÖMG.

Teil der ÖMG-Neupositionierung – Blick nach vorne

Die Sandbox-Reihe ist ein zentrales Element unserer Transformation als Think Tank für Marketing. Ziel ist es, gemeinsam mit Branchenexpert:innen, Praktiker:innen und Vordenker:innen Antworten auf aktuelle wie künftige Herausforderungen der Branche zu finden.

Die Ergebnisse der drei 2025 durchgeführten Sandboxes fließen demnächst gebündelt in die Publikation Marketing Utopia 2030 ein — als Impulsgeber für Unternehmen, Agenturen und die gesamte Kommunikationsbranche.

Ausblick

Wir laden interessierte Unternehmen, Agenturen und Medien ein, sich frühzeitig für kommende Sandbox-Runden und Beteiligungsmöglichkeiten an „Marketing Utopia 2030“ zu informieren. Kontakt für Rückfragen: info@marketinggesellschaft.at.

Hier geht es zu dem Nachbericht der 2. ÖMG Sandbox.

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