3. ÖMG Sandbox: Zwischen Widerstand & Wirkung: Wie Kommunikation dann gelingt, wenn niemand hinhören will

Wie bringt man Botschaften durch, die unbequem sind, Ängste berühren oder scheinbar niemanden betreffen wollen? Die 3. ÖMG Sandbox lieferte am 03. Dezember in den Räumen von GGK MullenLowe intensive Antworten – und zeigte: Erfolgreiche Kommunikation in Zeiten von Polarisierung, Informationsflut und Veränderungsmüdigkeit braucht neue Methoden, mehr Mut und vor allem ein besseres Verständnis für Menschen.

Unter dem Thema „Zwischen Widerstand & Wandel – Wie man Botschaften durchbringt, die keiner hören will“ diskutierten Expert:innen aus Marketing, Wissenschaft und Wirtschaft, welche Werkzeuge heute notwendig sind, um unpopuläre Inhalte verständlich und wirksam zu transportieren.

Schon in der Eröffnung wurde klar: Es geht nicht um Kanäle oder Kampagnen – es geht um Beziehung.

ÖMG-Präsident Alexander Oswald brachte es pointiert auf den Punkt: „Beziehungsarbeit macht 80 Prozent des Erfolgs aus. Bevor wir über Inhalte sprechen, müssen wir Vertrauen schaffen.“

Auch ÖMG-Präsidentin Viktoria Zischka betonte: „Vertrauen ist wichtig, um Unpopuläres zu kommunizieren.“

Eine Kommunikationslandschaft im Stress – und im Wandel

Rationale Botschaften allein reichen längst nicht mehr. Menschen öffnen sich, wenn sie abgeholt, nicht belehrt werden, dies ist u.a. ein Punkt, der mehrfach unterstrichen wurde. Ideen und Realitäten müssen empathisch vermittelt werden, statt harte Maßnahmen nur anzukündigen.

Es braucht Reframing, aber ohne Verharmlosung: Die Runde war sich einig, dass „drumherum reden“ Vertrauen zerstört. Menschen spüren Unehrlichkeit sofort. Deutlich wurde auch: Das Land könnte schneller vorankommen, wenn Universitäten, Unternehmen, Medien und Politik stärker kooperieren würden.

Die Teilnehmer:innen der Sandbox – darunter Alexander Oswald (Futura GmbH & ÖMG), Claudia Falkinger (POINT&), Viktoria Zischka (REWE & ÖMG), Michael Kapfer (GGKMullenlowe), Markus Palzer-Khomenko (ClimateLab), Christine Vierthaler (Dentsu), Christoph Feymann (KFV), Bettina Schatz (Willhaben) und Sabrina Oswald (Futura GmbH & Creative Industrie Rat BMWET) – arbeiteten heraus, was Kommunikation heute erschwert und was sie zugleich dringend braucht.

Unangenehme Wahrheiten brauchen emotionale Zugänge

Rationale Botschaften allein reichen längst nicht mehr. Menschen öffnen sich, wenn sie abgeholt, nicht belehrt werden – ein Punkt, der mehrfach unterstrichen wurde. Ideen und Realitäten müssen empathisch vermittelt werden, statt harte Maßnahmen nur anzukündigen.

Verschiedene Kernaussagen & Erkenntnisse

  • Kommunikation braucht Verantwortung und Transparenz: Besonders bei Themen wie Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Wandel oder Digitalisierung sind Offenheit und ehrliche Ansprache entscheidend — statt Beschönigung oder Vermeidung.
  • Zielgruppendialog statt Broadcast: Erfolgreiche Kommunikation setzt auf Austausch: zuhören, reflektieren, einbinden — nicht nur senden.
  • Mehr Strategie, weniger Spektakel: Statt schnelle Schlagzeilen zählt Verantwortung mit Fokus auf Relevanz, Vertrauen und ausgelegt auf langfristige Bindung.
  • Strafen, Moralisieren und permanente Warnungen erzeugen mehr Abwehr als Veränderung. Nur wer Vorteile sichtbar macht z.B. im Thema Klimawandel und den damit einhergehenden Veränderungen und positiven Chancen z.B. für Unternehmen.

Die Diskussion zeigte deutlich, dass Kommunikation im Wandel weniger eine Frage von Kanälen oder Budget ist, sondern von Haltung, Klarheit und Empathie.

„Wahrheit erreicht Menschen nur über Emotion. In Zeiten großer Veränderungen brauchen wir positive Narrative, eine große Vision und ganz klar: Weniger Orientierungslosigkeit.“ so Sabrina Oswald, Futura GmbH & Vorständin ÖMG.

Teil der ÖMG-Neupositionierung – Blick nach vorne

Die Sandbox-Reihe ist ein zentrales Element unserer Transformation als Think Tank für Marketing. Ziel ist es, gemeinsam mit Branchenexpert:innen, Praktiker:innen und Vordenker:innen Antworten auf aktuelle wie künftige Herausforderungen der Branche zu finden.

Die Ergebnisse der drei 2025 durchgeführten Sandboxes fließen demnächst gebündelt in die Publikation Marketing Utopia 2030 ein — als Impulsgeber für Unternehmen, Agenturen und die gesamte Kommunikationsbranche.

Ausblick

Wir laden interessierte Unternehmen, Agenturen und Medien ein, sich frühzeitig für kommende Sandbox-Runden und Beteiligungsmöglichkeiten an „Marketing Utopia 2030“ zu informieren. Kontakt für Rückfragen: info@marketinggesellschaft.at.

Hier geht es zu dem Nachbericht der 2. ÖMG Sandbox.

ÖMG Marketeer’s Mind: Im Gespräch mit Robin Wagner

Die Marketing-Welt steht vor großen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, nachhaltige Transformation, Turbo-Entwicklungen dank KI, u. v. m.. Wir präsentieren gemeinsam mit der Werbe Akademie dazu einen Gedankenaustausch in Videoform: The Marketeer’s Mind!

In der aktuellen Ausgabe sprechen wir mit Robin Wagner, Marketing Manager bei Vossen und Jahrgangsbester vom Diplomlehrgang Online Marketing der Werbe Akademie (Rookie of the Year 2025) über aktuelle Marketing-Herausforderungen und über seine Erfahrungen, wie das Gelernte in der Berufspraxis Anwendung findet. Er erzählt offen, wie er Herausforderungen meistert und sein Wissen erfolgreich einsetzt.
Ein inspirierender Blick hinter die Kulissen einer bekannten Marke,

Jetzt ansehen!
Alle bisherigen Videos unsere Marketeers Mind Videoserie gibt es hier zum Nachsehen!

3. Sandbox „Zwischen Widerstand & Wandel – Wie man Botschaften durchbringt, die keiner hören will“

Die dritte ÖMG-Sandbox widmet sich einem Thema, das aktueller nicht sein könnte:
Wie gelingt Kommunikation, wenn es um unpopuläre, aber notwendige Botschaften geht – etwa zu Nachhaltigkeit, gesellschaftlichem Wandel oder Veränderungsprozessen in Unternehmen?

Gemeinsam mit Expert:innen aus Wirtschaft, Forschung und Kommunikation diskutieren wir, welche Strategien, Haltungen und Tools helfen, Akzeptanz zu schaffen und Vertrauen aufzubauen – auch dann, wenn Widerstand spürbar ist.

📅 03. Dezember 2025
🕒 09:00–12:00 Uhr

Was die Sandbox ausmacht

Die ÖMG-Sandboxes sind Teil unserer Neupositionierung als Think Tank für Marketing.
In einem kleinen, interdisziplinären Kreis von Expert:innen werden aktuelle Herausforderungen diskutiert, Erkenntnisse verdichtet und praxisnahe Lösungsansätze erarbeitet.

Die Ergebnisse fließen in die ÖMG-Publikation „Marketing Utopia 2030“ ein, die Zukunftsthemen der Branche aufbereitet und weiterentwickelt.
Jetzt anmelden – die Plätze sind limitiert

Die Teilnahme an den Sandboxes ist bewusst exklusiv gehalten, um einen intensiven, offenen Austausch zu ermöglichen.

Anmeldung unter: info@marketinggesellschaft.at

Wir freuen uns auf eine spannende Diskussionsrunde, neue Denkanstöße und wertvolle Inputs für unsere Publikation Marketing Utopia 2030.

Das war unsere 2. Sandbox!

ÖMG Neujahrsfeier

Liebe Mitglieder,

wir starten gemeinsam ins neue Jahr – und laden euch herzlich ein, euch den Termin für unsere ÖMG-Neujahrsfeier vorzumerken:

📅 Montag, 19. Januar 2026, ab 17 Uhr
📍 BDO, QBC 4 – Am Belvedere 4/Eingang Karl-Popper-Straße 4; 1100 Wien

Dich erwartet ein Abend voller Austausch, Netzwerken und Zukunftsblick auf die nächsten Projekte unseres Think Tanks für Marketing – und natürlich viel Zeit zum Anstoßen & Feiern.

Die Details schicken wir dir bald – aber bitte: Datum schon jetzt im Kalender blocken und hier anmelden: info@marketinggesellschaft.at.

Wir freuen uns, mit dir ins neue Jahr zu starten.

Liebe Grüße
dein ÖMG-Team

ÖMG: Wir denken Marketing neu.

Marketing steht an einem Wendepunkt. Künstliche Intelligenz, neue Kommunikationslogiken, gesellschaftlicher und sozialer Wandel und wachsender Anspruch an ethisches Handeln verändern unsere Branche radikal. Wir als Österreichische Marketing-Gesellschaft (ÖMG) nehmen diese Entwicklungen nicht nur zur Kenntnis – wir machen sie zum Ausgangspunkt für eine neue Rolle: Wir werden zum Think Tank. 

Wir sind der Meinung, dass wir abseits der „klassischen Vereinsarbeit“ gerade jetzt deutlich mehr zu einer Plattform für offenen Austausch, mutige Denkansätze sowie Experimente und strategische Überlegungen werden müssen.  

Die neue ÖMG bietet Marketing Sandboxes: Sie sind ein Ort, an dem Perspektiven aufeinandertreffen, Reibung erwünscht ist und Zukunft nicht nur kommentiert und verwaltet, sondern gestaltet wird. 

Wir laden wir am 27. August zum ÖMG Sommerfest. Ein inspirierender Abend, bei dem wir mit Mitgliedern, Partner:innen und dem Beirat eine neue Phase einläuten. In entspannter Atmosphäre am Rooftop des Ruby Marie Hotels stellen wir neue Formate vor, eröffnen Räume zum Mitdenken und -diskutieren – und feiern gemeinsam mit Partnern wie der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation und der Werbe Akademie.

Vormerken und Mitdenken: Die ersten Sandbox-Formate 

Im Herbst starten wir mit unseren ÖMG Sandboxes. In kleiner Runde von rund 10–15 Teilnehmer:innen diskutieren wir zentrale Fragen unserer Branche, gemeinsam mit Mitgliedern sowie Expert:innen unseres neuen Beirats.  
 

Drei Abende, drei Themen, drei intensive Denkformate: 

  • 11. September: Prompt & Purpose 

Das neue Berufsfeld & die nötigen Marketing-Skills im KI-Zeitalter 
Welche Kompetenzen braucht es künftig – und wie entwickeln wir diese? 

  • 23. Oktober: Von Full Service zu Full Flex 

Wie müssen Kunden-Agenturmodelle neu gedacht werden? 
Wie gestalten wir neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber:innen, Agenturen und KI? Wie wird ausgeschrieben und beurteilt? 

  • 19. November: Zwischen Widerstand & Wandel 

Wie man Botschaften durchbringt, die keiner hören will. Von Verhaltensänderung bis zu neuen „Kulturtechniken“: Wie kommuniziert man Unpopuläres, wie Verhaltensveränderungen, neue Weltbilder, polarisierende Themen relevant, wirksam und mit Haltung? 

Ein Tipp: KI in der Praxis – Unser Lehrgang mit der Werbe Akademie 

In Kooperation mit der Werbe Akademie Wien haben wir den berufsbegleitenden und sehr praxisbezogenen Lehrgang „KI im Marketing“ entwickelt. Unser Ziel: Buzzwords durch ganz konkretes Marketeer-Praxiswissen ersetzen – und so das nötige Know-how mitgeben, um Künstliche Intelligenz sinnvoll und verantwortungsvoll einzusetzen. Ein wertvoller Wissensbooster für Marketingteam-Members. 

Mehr dazu!

Warum all das? 

Weil Marketing heute mehr ist als Reichweite und Conversion. Wir sind überzeugt, dass Vermarktung und Kommunikation mit Haltung beginnt. Dazu braucht es „Raum“ für all jene, die an der Zukunft des Marketings „mitdenken“ möchten. 
Als Think Tank werden wir nicht nur beobachten, sondern gestalten. Nicht nur reagieren, sondern vorangehen. Und wir freuen uns über alle, die mit uns gehen. 

👉 Mehr Informationen, alle Termine und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

ÖMG – Der Marketer´s Playground: radikal & relevant.  

Die ÖMG wird Think Tank: Die Zukunft des Marketings beginnt jetzt

Die Marketingbranche steht vor einem grundlegenden Wandel. Technologien wie KI, neue rechtliche Rahmenbedingungen und steigende gesellschaftliche Erwartungen verändern unser Verständnis von Marke, Kommunikation und Verantwortung.
Die ÖMG reagiert darauf – nicht mit mehr vom Alten, sondern mit einem mutigen Schritt nach vorne:
Wir entwickeln uns zur Denkfabrik der österreichischen Marketinglandschaft.
Was heißt das konkret?

Wir transformieren uns vom klassischen Verband zur Marketing Sandbox – einem interdisziplinären Raum für Diskussion, Forschung, Sparring und Pilotprojekte.
Ein Ort, an dem nicht nur Fragen gestellt werden, sondern auch neue Antworten entstehen.

Das erwartet Mitglieder im neuen ÖMG-Think Tank:
✅ Zugang zu exklusiven, interdisziplinären Studien & Benchmarks
✅ Sparring-Sessions & Think-Tank-Sprints für individuelle Themen
✅ Pilotformate im „Marketer’s Playground“
✅ Events mit echten Perspektivwechseln – von Philosophie bis KI
✅ Austausch mit einem Beirat aus Expert*innen aus Data, Ethik, Kreativwirtschaft, Wissenschaft und Technologie

Unsere Mission:
Wir bringen Denker:innen, Kreative, Forscher:innen und Markenmacher:innen zusammen – für ein Marketing, das nicht nur verkauft, sondern mitgestaltet: ethisch fundiert, technologisch mutig und gesellschaftlich relevant.
Die ersten Schritte sind bereits getan:
Unsere KI-Live-Session mit Marketer:innen und Kreativen hat gezeigt, wie schnell sich unser Arbeitsalltag verändert. Diese Art von praxisnahem Austausch werden wir vertiefen – mit neuen Formaten, Studien und immersiven Events.

📆 Save the Date: 27. August 2025 – Sommerfest & Think Tank Kick-off
Erlebt live, was die neue ÖMG bewegt – und mit wem wir sie bewegen.
👉 Jetzt Mitglied werden und Teil der Transformation sein
ÖMG – radikal relevant. Anders denken. Besser handeln.

Nachbericht & Aufzeichnung – Event „Influencer Fatigue“

Influencer Fatigue – Haben wir genug von Content Creators?

Sind digitale Testimonials bald passé, oder wird Influencer-Marketing schlicht komplexer? Muss Reichweite weiterhin der Hauptindikator für Erfolg sein, oder zählen heute Werte wie Authentizität und Haltung mehr denn je? Und welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz auf eine Disziplin, die auf Vertrauen basiert?

Diesen und weiteren Fragen widmeten wir uns gemeinsam mit Marketagent und dem PRVA Public Relations Verband Austria bei der repräsentativen Studienpräsentation und Podiumsdiskussion „Trendsetter oder übersättigter Hype? Wie Influencer Fatigue das Marketing neu herausfordert“ im APA Pressezentrum in Wien.

Influencer Fatigue: Realität oder überbewerteter Hype?

Den Auftakt machte Thomas Schwabl, CEO von Marketagent, mit der Präsentation der neuen Studie unter über 600 Marketingverantwortlichen aus Österreich und der Schweiz. Die Ergebnisse zeigen ein vielschichtiges Bild:
Nur 29 % der Befragten bewerten Influencer-Marketing insgesamt positiv. Dennoch gehen über 50 % davon aus, dass es in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird. Authentizität (86,7 %), Content-Qualität (85,8 %) und thematische Relevanz (81,7 %) sind die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von Influencer*innen. Als geeignetste Ziele werden die Ansprache neuer Zielgruppen, Markenbekanntheit und die Förderung von Impulskäufen genannt.
Jüngere (<30) und ältere Zielgruppen (60+) zeigen am stärksten Anzeichen von Fatigue, obwohl sie gleichzeitig zu den aktivsten und – im Falle der über 60 Jährigen – am wenigsten Social Media Nutzergruppen zählen.

Content Creator im Wandel: Haltung statt Hochglanz

Im anschließenden Panel diskutierten Florian Bösenkopf, Co-CEO of influence.vision, Wajden Byloff, CEO & Founder punsch.group, Ingrid Gogl, Head of Brand & Communication Austrian Airlines & Präsidentin PRVA, Max Ratzenböck, Schauspieler, Comedian, Podcaster und Redakteur bei Kleine Zeitung und Claudia Schinnerer, Diätologin und Influencerin unter der Moderation von unserer ÖMG-Präsidentin Viktoria Zischka. Zentrale Erkenntnis: Der Begriff „Influencer“ wandelt sich. Immer wichtiger werden Content Creators, die für Werte stehen und ihre Community authentisch ansprechen. „Eine große Followerzahl reicht nicht mehr aus – der Brandfit zählt.“, so Ingrid Gogl.
Auch Wajden Byloff unterstrich: „Influencer sind keine Werbefläche, sie müssen zu den Werten der Marke passen.“ Ich möchte keine Produkte verkaufen, aber genau das macht meine Arbeit in den Sozialen Medien so schwer. Die Menschen sind durch Influencer stark auf der Suche nach Produkten“, so die Diätologin Schinnerer.

Medienkompetenz, Transparenz und der Einfluss von KI

Neben der Professionalisierung der Branche forderten die Diskutant:innen mehr Medienkompetenz – insbesondere bei jungen Zielgruppen – sowie eine klare Kennzeichnungspflicht bezahlter Inhalte. Max Ratzenböck brachte es auf den Punkt: „Wer sich nicht an Regeln hält, ist kein seriöser Unternehmer. Medienkompetenz gehört in den Lehrplan der Jugendlichen.“ Florian Bösenkopf verstärkte diese Aussage noch: „Junge Leute ungefiltert auf Social Media loszulassen, ist ein No-Go.“

Mit Blick auf Künstliche Intelligenz war das Panel gespalten. Während das Potenzial für die Content Generation anerkannt wurde, warnte Byloff: „KI kann Fatigue verstärken – Vertrauen entsteht nicht durch Algorithmen. Authentizität und KI-Contentmassenware stehen im Widerspruch.“ Fazit der Trend geht ganz klar vom Content zur Relevanz.

Influencer-Marketing steht an einem Wendepunkt. Reichweite allein reicht nicht mehr. Es geht um Kontext, Community und strategische Markenarbeit. Der Trend geht klar in Richtung Micro- und Nano-Influencer*innen, die spezifische Zielgruppen sehr exakt und authentisch ansprechen.

Aber der Influencevision Marketplace Betreiber Florian Bösenkopf resümierte „Content wird zur Commodity – Relevanz wird zur Währung.“

Unter den zahlreichen Gästen waren u.a.: Lena Luisa Fuchs, BIPA; Anja Troharz, Wiener Städtische; Martin Distl, GroupM; Jockel Weichert, Buzzdriver; Melanie Fuhrmann, Ketchum; Helga Fiala, Beauty.at; Martina Zöbl, FH Wien; Barbara Köcher-Schulz, AMA; Maja Crnogorac, Vereinigte Bühnen Wien, Barbara Rauchwarter, APA

Alle Bilder findet ihr hier und die ganze Aufzeichnung zum Nachsehen hier.

Die Ergebnisse der Studie findet ihr hier.

Nachbericht & Aufzeichnung MarTech Event 18.09.

Ist Marketingtechnologie (MarTech) wirklich nur etwas für große Unternehmen? Welche Berührungsängste gibt es in der Branche mit den Anwendungen und wie findet man als MarTech-Neuling unter all den Angeboten zur Lösung, die es wirklich braucht? 

Am 18. September 2024 luden wir in Kooperation mit der APA zur Podiumsdiskussion und exklusiven Präsentation der Ergebnisse des 1. MarTech Report Österreich ins APA Pressezentrum.

Andreas Mauczka, APA Chief Digital Officer, Florian Mott, Hackabu CEO, Judith Sambs, Premedia Head of Consulting, Martin Schiefer, Schiefer Rechtsanwälte und Anita Thallinger, W&H Dentalwerk Director Marketing diskutierten gemeinsam mit Host und Präsident Alexander Oswald darüber, wie MarTech Potenziale erkannt und genutzt werden können.

Die Ergebnisse des 1. MarTech Reports im Überblick

Market Research Manager Markus Divis präsentierte zum Einstieg des Abends die Ergebnisse unserer Umfrage.

156 Interviews mit Marketingentscheider*innen, Kommunikationsexpert*innen und Geschäftsführer*innen führte Marketagent. Zu ihrem Wissensstand im Bereich MarTech gaben rund 28 % der Befragten an, sich sehr gut oder gut auszukennen, rund 32% gaben an, sich nicht auszukennen und 39% bewerteten die eigenen MarTech-Kenntnisse als mittelmäßig.

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (52,6%) nutzt bereits MarTech, doch rund 39% gaben an, ihre Marketingstrategien ohne Einsatz von MarTech umzusetzen. Unter den Tools werden vor allem CMS Systeme, Social-Media-Management-Anwendungen, Umfragetools und CRM-Tools eingesetzt. Bei der Zufriedenheit gab es laut Markus Divis unter den Befragten „Luft nach oben“. Besonders zufrieden sei man mit Umfragetools während CRM-Systeme häufig für Unzufriedenheit sorgten. 

Eine verbessere Datenanalyse und- einsicht, die Automatisierung von Marketingprozessen und eine Effizienzsteigerung zählten zu den am häufigsten genannten Gründen für den Einsatz von MarTech in Unternehmen. Die Befragten erwarteten sich von den Technologien vor allem Zeitersparnis, eine effizientere Kampagnenplanung und eine verbesserte Entscheidungsfindung und Datenanalyse. Das Thema Innovationsführerschaft spielte in den Umfrageergebnissen eine weniger relevante Rolle. 

Probleme und Herausforderungen beim Einsatz der Tools stellen besonders fehlende personelle Ressourcen, mangelnde Fachkenntnis der Mitarbeitenden, mangelnde Integration mit bestehenden Systemen sowie Bedenken im Hinblick auf Datenschutz- und Compliance und die technische Komplexität dar. Der Kostenfaktor spielte unter den Befragten eine weniger relevante Rolle.

Knapp 90% der Befragten gaben an, Datenschutz als sehr oder eher wichtiges Thema beim Einsatz von MarTech zu sehen.

Zu den vier wichtigsten Funktionen und Lösungen, die sich die Branche von den Technologien wünscht, zählen eine bessere Implementierung in bestehende Systeme, eine einfachere Handhabung, ein besserer Support mit KI-Integration sowie eine Lösungsübergreifende KI.

In der anschließenden Diskussionsrunde waren sich die Expert*innen darüber einig, dass MarTech nicht nur etwas für große Konzerne sei: „Die Technologien bieten auch für kleinere und mittelständische Unternehmen große Chancen, zum Beispiel in Form des Automatisierungs- und Skalierungsfaktors. Die Anwendung muss nicht immer groß und teuer sein. Wichtig ist, dass die Basis stimmt – dann wirkt die Technologie noch besser“, so Judith Sambs.

MarTech-Potenziale ausschöpfen

Und auch Growth Consultant Florian Mott betonte, dass es nicht immer gleich um große MarTech-Lösungen gehe: „Entscheidend ist, dass man sich im Vorfeld ganz genau überlegt, was man erreichen möchte, welche Prozesse es im Unternehmen gibt und welche Lösungen man sich erwartet.“

Das bestätigte aus Sicht der Unternehmen auch Anita Thallinger. Seit rund sechs Jahren begleitet sie nun den Prozess zur Implementierung von MarTech bei W&H Dentalwerk. „Im ersten Jahr haben wir an unserer Vision gearbeitet und herausgefunden, was genau wir brauchen. Gemeinsam mit unserer Beratungs- und Implementierungsfirma sind wir nun auf einem sehr guten Weg“, so die Marketingexpertin. Sie gab aber auch zu bedenken, dass der Einsatz von MarTech vor allem in der Anfangsphase sehr intensiv sei und viele Ressourcen im Unternehmen brauche. 

Das richtige Mindset für MarTech

Judith Sambs betonte, dass es sich beim Einsatz von MarTech nicht nur darum drehe, Prozesse zu digitalisieren. „Es geht um das richtige Mindset. Wir müssen umdenken und verstehen, dass Technologie niemals ‚fertig‘ ist und sich Prozesse laufend verändern. Das bedeutet, dass sich auch Unternehmen und Mitarbeiter*innen stetig verändern müssen. Mit den neuen KI- Anwendungen wird diese Veränderung noch schneller vorangehen.“ 

Dem stimmte Florian Mott zu: „Man muss bereit sein, getroffene Entscheidungen infrage zu stellen und offen dafür sein, neue Tools zu implementieren. Dazu braucht es viel Flexibilität.“ Auch APA Chief Digital Officer Andreas Mauczka betonte: „Digitalisierung ist nie abgeschlossen. Manchmal haben wir uns Prozesse und Daten erschlossen – und dann kommt ein KI-Sprung, der auf all das einwirkt.

Datenschutz ist angekommen

Für den Vergaberechtsjuristen Martin Schiefer war vor allem das hohe Bewusstsein von Datenschutz- und Compliance-Themen, das die Umfrage ergab, erfreulich: „Datenschutz ist endlich angekommen. Was mir in den Antworten der Umfrage aber fehlt, sind die Themen KI und Urheberrechte. Wenn Anwendungen in Unternehmen dann einfach einmal ausprobiert werden, ohne dass man sich zuvor mit diesen Themen befasst hat, halte ich das juristisch für bedenklich.“ Schiefer betonte, dass der Einsatz von MarTech vor allem bei der Auftragsvergabe im öffentlichen Bereich große Vorteile für Unternehmen bringe: „Daten werden dann nicht nach Bauchgefühl erhoben, sondern sind mit MarTech gut messbar – ein entscheidender Faktor bei Ausschreibungen.“

MarTech braucht Dolmetscher

Das Thema Datenschutz habe besonders auf technischer Seite viel Kopfzerbrechen bereitet, so Andreas Mauczka – etwa, wenn es um Cookie-Banner gehe. Er wünscht sich vor allem mehr Kommunikation und Vermittlung zwischen der Marketing- und der Technikseite, um das beiderseitige Verständnis zu fördern. „Digitalisierung ist ein Prozess und dazu braucht es einen ständigen Austausch zwischen Marketing und Technik“, betonte der APA Chief Digital Officer.

Worauf kommt es an bei der MarTech-Auswahl?

Rund 14.000 Lösungen sind derzeit für den Marketingbereich auf dem Markt. Wie also nähern sich jene Unternehmen und Mitarbeiter*innen dem Thema, die das Gefühl haben, zu wenig oder nichts über MarTech zu wissen?

Einerseits rieten die Expert*innen dazu, Berührungsängste mit MarTech zu überwinden und verschiedene Anwendungen einfach auszutesten oder sich mit YouTube-Tutorials mit konkreten Lösungen auseinanderzusetzen. Andererseits wurde betont, wie wichtig die Zusammenarbeit mit erfahrenen Berater- und Implementierungsfirmen sei, mit denen sowohl aus fachlicher als auch menschlicher Sicht die Chemie stimme. „Ich sehe unsere Aufgabe in einer Übersetzungsleistung und dem Wissenstransfer“, so die Premedia Beraterin Judith Sambs, „wir müssen unseren Kund*innen die nötigen Werkzeuge mitgeben und ein Verständnis dafür, wie die Technologie grundsätzlich funktioniert.“

„Die Entscheidung für eine oder mehrere Lösungen ist nicht einfach, um muss gut überlegt sein. Dafür ist das Verbesserungspotenzial sehr hoch“, betonte Andreas Mauczka. 

Martin Schiefer riet, sich zuerst mit den Prozessen und Geschäftsmodellen auseinanderzusetzen: „Finden Sie heraus, wie sich Ihre Branche entwickeln wird. Dann können Prozesse mit MarTech zukunftsfähig gemacht werden.“

Unter den zahlreichen Gästen waren u.a.: Rainer Höltschl/Amalthea Signum Verlag GmbH, Roman Kasses/Bundeskanzleramt/Medienanalyse, Karin Nakhai/Dachverband der Sozialversicherungsträger, Iva Milojevic/Erste Bank, Günther Langegger/Opinion Leaders Network GmbH, Nicole Plein/Plein Communications und Martina Hollauf/Verein Menschen für Menschen.

Weitere Bilder in der APA-Fotogalerie

Hier findet ihr die Aufzeichnung des Events zum Download.

Die Ergebnisse der Marketagent Umfrage könnt hier nachlesen!

Seht euch unser 2. Marketeer´s Video gleich hier an.

2. Marketeer´s Mind Video mit Christian Clerici

🚀 Die Marketing-Welt steht vor großen Herausforderungen wie Fachkräftemangel und der Transformation durch KI. Unser Ziel bei der ÖMG: Marketing wieder „great“ machen! Gemeinsam mit der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation präsentieren wir euch: The Marketeer’s Mind! 🎥

In der zweiten Folge unserer spannenden Videoserie, die Einblicke in die Denkweise von Marketeers gibt und den Austausch über aktuelle und wichtige Branchenthemen fördert, sprachen wir diesmal mit Christian Clerici!

🔍 Wie begegnet er den aktuellen Herausforderungen?

🌍 Welche Bedeutung haben Nachhaltigkeit und Diversität für Ihn?

📈 Wie digital und automatisiert ist Sein Marketing?

Hier könnt ihr das Video ansehen.

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