Nachbericht: Content Marketing & Data – A Love Story

Daten als Hebel für Content Marketing – Mit richtigem Content zum richtigen Zeitpunkt zu qualifizierten Leads  – Marketingexpert*innen geben Tipps zur Umsetzung

Wien (OTS) – Noch nie wussten Unternehmen so viel über ihre Kund*innen. Wer dieses Wissen im Content Marketing richtig einsetzt, kann nicht nur Kund*innen binden, sondern auch Leads generieren und Neukund*innen gewinnen. Darin waren sich die Marketingexpert*innen bei der Kooperationsveranstaltung der Österreichischen Marketing-Gesellschaft (ÖMG), der COPE-Group und der APA – Austria Presse Agentur am 28. Juni 2022 einig.

Social Media Listening und Monitoring

Xenia Daum, CEO der COPE-Group, veranschaulichte die erfolgsversprechende Liaison von Daten und Content Marketing anhand mehrerer Beispiele. So könne man etwa mit Social Media Listening & Monitoring sehen, welche Inhalte die User*innen gerade interessieren, welche Themen positiv und welche negativ besetzt sind. Dieses Wissen könnten Unternehmen für ihre Interessen nutzen und Themenführerschaften aufbauen. „Social Media Listening & Monitoring wird noch sehr wenig genutzt, obwohl es nicht teuer ist. Mein Tipp ist, es einfach auszuprobieren. Wenn man den richtigen Content zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Touchpoints platziert, wird man gute Leads erzeugen“, so Daum.

Mit Marketing-Automation zum Kaufabschluss

Eine höhere Disziplin ist die Marketing-Automation. Mit ihr lassen sich Interessent*innen sukzessive in qualifizierte Leads und schließlich in Käufer*innen wandeln. Laut Daum führen 100.000 Visits auf der Website zu vier Kaufabschlüssen. Auch im Storytelling gibt es einen neuen Ansatz, mit Daten zu arbeiten. Das können Infografiken oder auch exotischere Ideen wie die Verwendung von GPS-Daten der Kund*innen sein.

Datengetriebenes Content Marketing in der Praxis

Florian Kraft, Interim-Director für Digital Customer Management bei A1, hält Marketing-Automation für sehr sinnvoll. „Wir haben bei A1 Marketing-Automation eingeführt, um mehr Emotion und Beziehung einzubringen. Wir verwenden die Daten, um langbestehenden Kund*innen Empfehlungen auszusprechen, wie sie ihre Produkte besser nutzen, oder um ihnen Angebote zu legen.“

Barbara Rauchwarter, Marketingleiterin bei der APA, schilderte ihre Erfahrung mit Marketing-Automation bei der APA. „Die Marketing-Automation hat uns neue Kund*innen gebracht, sie war aber auch viel mehr Arbeit als gedacht. Die Learnings daraus sind, dass nicht alles, was man gerade verkaufen möchte, den Bedarf der Kund*innen trifft. Und dass es ganz wichtig ist, Sales von Anfang an mitzunehmen.“

Letzteres unterstrich auch Ulrike Kittinger, Geschäftsführerin der MTH Retail Group: „Es ist ganz wichtig, dass der Data-driven-Ansatz nicht nur auf das Marketing beschränkt ist. Auch die Einkaufsabteilung muss mit Daten arbeiten, und die IT muss wissen, was sie mit diesen Daten tut.“

Für Roland Fink, Gründer von niceshops, waren Daten im Content Marketing schon immer relevant: „Wenn man 180.000 Produkte täglich bewirbt, braucht man Daten, um herauszufinden, wann man welche Geschichte erzählt. Denn nicht jede Geschichte, die erzählt werden muss, will auch gehört werden.“ 

Zwei Welten prallen aufeinander

Kirsten Neubauer, Geschäftsführerin von Digital Hotpot, brachte die Herausforderungen von Data-driven Content Marketing aufs Tapet: „Hier prallen zwei Welten aufeinander: Die Mitarbeiter*innen, die sich mit Daten beschäftigen, haben eine höhere Technikaffinität und einen anderen Zugang zu Kommunikation als Marketingverantwortliche. Sie halten es nicht für notwendig, über Zielgruppen zu reden und Personas zu entwickeln. Sehen das Eingreifen der Kreativen als Angriff auf ihre Domäne, und vice versa. Diese zwei Welten aneinander zu führen, ist nicht immer leicht.“

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Die Aufzeichnung des Events finden Sie hier:

https://events.streaming.at/oemg-apa-20220628

Nachbericht: ÖMG x Cope Group x APA – (Re-) Branding – Markenstrategie vs. Content Strategie: Challenge oder Chance?

Im Rahmen der digitalen Veranstaltung „(Re-) Branding – Markenstrategie vs. Content Strategie: Challenge oder Chance?“ am 30. November diskutierten vier Marketingexpert*innen das Zusammenwirken konsistenter Markenarbeit und guter Content Strategien. Präsentiert wurde der Event von der Cope Group gemeinsam mit der APA und der ÖMG. Moderator Alexander Oswald (ÖMG) führte durch den Abend, den Christoph Bauer (APA-DeFacto) mit einem Impulsvortrag zum aktuellen Brandranking der APA-Comm eröffnete. Am Panel waren dabei: Barbara Klapper (Indola/ Henkel), Nicola Dietrich (Cope Group), Christian Rausch (REWE) und Barbara Rauchwarter (APA).

Vor dem Start der Diskussion stellte Christoph Bauer, Prokurist der APA-DeFacto, das aktuelle Brandranking der APA-Comm vor. Dieses analysiert alle zwei Jahre die Medienpräsenz von mehr als 200 in Österreich tätigen Unternehmensmarken. Der Untersuchungszeitraum des aktuellen Brandrankings befand sich mit März 2020 bis Februar 2021 vollständig in der Covid-19-Pandemie. „Viele Ergebnisse, wie zum Beispiel die stärkere Medienpräsenz des Lebensmittelhandels, sind direkt auf die Pandemie zurückzuführen“, so Bauer. Billa, Spar, REWE und Hofer waren unter den 30 sichtbarsten Marken. Die Automobilbranche fiel dagegen zurück. Laut Bauer sei dies auf drei Ursachen zurückzuführen: das nachlassende Interesse an den Abgasskandalen, die Reduktion von Sportveranstaltungen und damit der Wegfall der Berichterstattung über Sportsponsoring sowie die Verdrängung klassischer Player*innen durch innovative Mobilitätsanbieter*innen.

Anschließend erläuterte Nicola Dietrich von der Cope Group, was eine starke Marke ausmacht. Als anschauliche Beispiele brachte sie Marken wie Ikea oder Dove. Diese Marken zeichnet eine fundiert ausgearbeitete Brand Voice, also die konsistente Stimme der Persönlichkeit der Marke und Tone of Voice, also der Ton bzw. emotionale Einsatz je nach Situation der Marke aus. „Ikea-Anleitungen erkennt man schon an den Bildern – der Markenname muss gar nicht dabeistehen“, so Dietrich. „Die Marke braucht eine konsistente Stimme, die emotional eingesetzt und an die Situation angepasst wird. Wenn Brand Voice und Tone of Voice auch in den Inhalten erlebbar sind, stärkt das die Markenidentität, Kundenbeziehungen und Markenloyalität.“

Im Anschluss eröffnete Alexander Oswald die Diskussion zum Thema „(Re-) Branding – Markenstrategie vs. Content Strategie: Challenge oder Chance?“ ÖMG-Präsidentin Barbara Rauchwarter bestätigte, was Nicola Dietrich in ihrem Impuls-Vortrag erklärte: „Unternehmen müssen konsistent bleiben, statt blind jeden neuen Trend mitzumachen. Manche Trends passen einfach nicht zum Unternehmen. Wenn es passt, sollten sich Unternehmen natürlich etwas trauen.“ Dieses Thema konkretisiert auch Dietrich noch einmal mit dem Beispiel TikTok: „TikTok kann einer Marke auch schaden, wenn man dadurch die falschen Follower anspricht. Wir sind in gesättigten Märkten“, so Dietrich. „Große internationale Marken bespielen nicht alle Kanäle gleich intensiv, sondern die reduzieren. Das ist auch eine Frage der Ressourcen.“

Zu Content und neuen Kommunikationskanälen muss man also auch nein sagen können. „Wir beobachten neue Kanäle genau und diskutieren, ob wir sie brauchen. Wir bespielen lieber wenige Kanäle, diese dafür aber ordentlich“, sagte Barbara Klapper, Business Development Managerin DACH bei Henkel Beauty Care Professional. „Die größte Herausforderung in der Zukunft des Content Marketings sehe ich darin, dass sich Kanäle so rasch verändern.“ Christian Rausch, Marketingleiter von Billa und Billa Plus, verfolgt eine mutige Linie: „Es ist wichtig, neue Dinge auszuprobieren und auch mal der First Mover zu sein“, so Rausch. „Trotzdem muss man das loslassen können, was nicht funktioniert.“ Das gilt laut Rausch auch für nicht digitale Kanäle. „Wichtig ist, dass Unternehmen in ihrem Markenkern ruhen und von dort ausgehend überall ihre Geschichten erzählen. Diese Geschichten können dann digital, aber auch offline erzählt werden. Manchmal möchten Konsument*innen etwas angreifen und spüren können“, so Rausch.

Die APA Brandranking Präsentation finden Sie hier: https://apa.at/wp-content/uploads/2021/11/Brand-Ranking-2021_Pra%CC%88sentation_Christoph-Bauer.pdf

Die Aufzeichnung des Events: https://uvp-apa-muk.sf.apa.at/embed/5dd09934-c557-444e-a6f9-7c84d1b092e6

Zur Fotogalerie: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/27175

ÖMG Sprechstunde: Briefing – Shit in, Shit out?“

Am 18. Mai geht es weiter mit unserer Eventreihe „die ÖMG Sprechstunden“ zum Thema:

„Briefing – Shit in, Shit out?“

Ein Briefing ist die Arbeitsgrundlage für jedes Projekt und damit wohl DER Weichensteller für das Endergebnis. Kann man davon ausgehen, dass ein gutes Briefing auch ein gutes Ergebnis sicherstellt? Gibt es überhaupt ein gutes Briefing? Was hat der Kunde gebrieft und was hat die Agentur verstanden?  Und welche Chancen und Risiken sieht die Branche in diesen komplexen Zeiten? Kann man überhaupt alles umfassend einbriefen und mitbedenken – sowohl als Kunde wie auch als Agentur?

Gemeinsam mit unseren zwei Vorständen Judith Zingerle und Manfred Gansterer werden wir uns diesen spannenden und auch sehr kontroversiellen Fragen stellen. Beide haben schon in den unterschiedlichsten Konstellationen zusammengearbeitet und geben vielleicht das ein oder andere Hoppala zum Thema preis. Carsten Barg von prettylogic multimedia hat als Kreativer schon oft unter schlechten Briefings (u.a. auch von Zingerle und Gansterer) gelitten und aus diesem Leidensdruck heraus sich intensiv mit dem Thema befasst und einen Lösungsansatz erarbeitet.

Hana Greiner, Creative Director bei Cope Content Performance Group, wird uns anhand von Praxis-Beispielen verraten, welchen Briefing-Herausforderungen sie sich tagtäglich stellt.

Am interessantesten bei den Sprechstunden ist der direkte Gedankenaustausch aller Teilnehmer, auf den wir uns sehr freuen!

Bitte melden Sie sich an, Sie erhalten von uns dann kurz vor der Veranstaltung ein Mail mit dem Teilnahmelink.

Wann: Dienstag, 18. Mai 2021, 17:30 Uhr

Wo: Wo immer Sie es bequem und eine gute Internetverbindung haben 

Das Format „die ÖMG Sprechstunden“ ist ein digitales, interaktives Format von Experten für Experten, in der aktuelle Themen hinterfragt und diskutiert werden sollen. Kein klassisches Podium mit Fragen aus dem Publikum, sondern eine Gesprächsrunde, in der alle auf Augenhöhe mitreden, Fragen stellen, ihre Meinung oder Expertise teilen.

Nachbericht: Jetzt Performance Summit

Am 2. und 3. März 2021 fand das Jetzt Summit 2021 statt und die zweite Panel-Diskussion am ersten Konferenztag drehte sich um das aktuelle Thema Performance Marketing. Die Diskussions-Teilnehmer waren Ulrike Glatt von Henkel Beauty Care CEE, Marcel Nicka-Stöckl von netzeffekt, Peter Rosenkranz von media4more, Lukas Höller von elements.at sowie Marco Vitula von Vamida, moderiert von ÖMG Präsident und Futura Managing Partner Alexander Oswald.

Auf die Frage welche Formen des Performance Marketing bei den Panel-Teilnehmern am gefragtesten sind, antwortete Ulrike Glatt „berufsbedingt noch viel in der Old Economy unterwegs“ zu sein, „Awareness und Conversion gehören zu den wichtigsten Punkten bei Henkel.“ Im Bereich der Online-Apotheken bestätigte Marco Vitula, dass „Vamida sehr performance-getrieben arbeitet. Neukunden in Form von PPC, Bestandskunden erreiche man am besten über E-Mail.“ 

Alle Panel-Teilnehmer waren sich einig, dass es stark von der Definition von Performance Marketing an sich abhängt. Für Nicka-Stöckl spielt beispielsweise „auch der Bereich Search Engine Advertising (SEA) und Programmatic Advertising eine wichtige Rolle“.

Die Fokusbereiche im Corona-Jahr 2020 sahen bei den Panel-Teilnehmer bzw. ihren Unternehmen sehr unterschiedlich aus. Der Tourismus-Bereich leidet noch immer sehr an den Lockdowns laut Lukas Höller und der Ausblick ist schwierig. Höller meint außerdem, „dass Österreich in der Digitalisierung noch am Anfang ist und die Budgets für klassische Werbung unfassbar hoch sind. Online geht es deutlich flexibler zu.“ 

Peter Rosenkranz sah den Fokus ganz anders: „Es geht doch darum, Marken präsent zu machen und in die Köpfe der Konsumenten zu bringen. Meiner Meinung nach sollte dies aber nicht ausschließlich digital geschehen.“ 

Nicka-Stöckl von netzeffekt sah große Unterschiede zwischen den Branchen, sie „verzeichneten starke Zuwächse im Brokerage-Bereich bzw. Online Trading im Finanzbereich, während ein Fastfood-Kunde die Werbe-Budgets fast vollständig abdrehte.“ 

Ulrike Glatt merkte für Henkel an, dass „Home Care-Produkte viel besser verkauft wurden als Beauty-Artikel.“ Interessant ist aber auch, dass sowohl bei Henkel als auch zum Beispiel Vamida die Zielgruppen bzw. die Kundengruppen deutlich älter wurden (teilweise plus 85 Jahre), was Unternehmen dann erneut vor Herausforderungen stellt: nämlich die Aufklärung der neuen Zielgruppen. 

Marco Vitula beklagte außerdem „Lieferengpässe im Pharma-Bereich, die teilweise bis zum jetzigen Zeitpunkt andauern und die Akzeptanz der Kunden hierfür von Mal zu Mal geringer wird“.

Das ganze Panel finden sie hier: https://jetzt-konferenz.at/jetzt-tv/.

Themenbereiche in der Diskussion waren:

  • Welche Formen des Performance Marketing werden in ihrem Unternehmen/ bzw schwerpunktmäßig für Kunden eingesetzt? 
    • Welche KPIs sind für sie essentiell?
  • Was hat sich in 2020 verändert? 
    • Wurden Marketingbudgets insgesamt reduziert und wie hat sich das auf Performance Marketingausgewirkt?
    • Was hat sich in der Kundenansprache auf Grund von Lock Downs etc verändert (oder eben nicht)?
  • Wird dieser Digitalisierungsschub anhalten in 2021?
    • Wie wird sich Cookiegeddon, Apple Privacy Strategy auf ihre Planungen auswirken?
  • Was ist schon automatisiert bzw was werden sie automatisieren?
  • Kommen KI-Lösungen in diesem Bereich bereits bei ihnen zum Einsatz, wenn ja wo und was bringt es?
  • Persönliches Resumee mit Empfehlungen für unser Publikum zum Schluss

Die nächste JETZT Video Konferenz findet übrigens am 28. und 29. September 2021 statt und beschäftigt sich mit dem Themenbereich Bewegtbild-Content und Videoadvertising.

 https://video.jetzt-konferenz.at/

ÖMG Sprechstunde: „Wie wird man Gewinner der Pandemie?“

Am 20. April geht es weiter mit unserer Eventreihe „die ÖMG Sprechstunden“ zum Thema:

„Disruptive Crisis: sind alle Gewinner auch Verlierer der Pandemie?“

Eine disruptive Krise, wie wir sie derzeit erleben, erfordert ebensolche Maßnahmen. Ist das vielleicht das große Geheimnis? Als Unternehmen disruptiv zu handeln, um als Gewinner aus der Pandemie hervorzugehen? Und wer sind die Verlierer? Und sind vielleicht alle Gewinner auch Verlierer?

Markus Petzl, Gründer der Strategieberatung „disruptive – beyond your strategy“, wird in seiner Impuls-Speech einige (auch provokante) Thesen zum Thema disruptive Maßnahmen und Handlungen aufzeigen und damit eine spannende digitale Sprechstunde zu den Herausforderungen der Pandemie einläuten.

Gemeinsam mit unseren zwei Vorständen Maimuna Mosser und Judith Zingerle werden wir diese Themen dann mit euch diskutieren. Xenia Daum, CEO der Cope Content Performance Group, wird auch als Gast dabei sein und uns anhand von Praxis-Beispielen verraten, warum ihr Unternehmen zu den Gewinnern zählt – wir sind gespannt. 

Wir freuen uns auf einen interessanten Gedankenaustausch.

Bitte melden Sie sich an, Sie erhalten von uns dann kurz vor der Veranstaltung ein Mail mit dem Teilnahmelink.

https://shop.timesloth.io/oemg

Wann: Dienstag, 20. April 2021, 17:30 Uhr

Wo: Wo immer Sie es bequem und eine gute Internetverbindung haben 

Das Format „die ÖMG Sprechstunden“ ist ein digitales, interaktives Format von Experten für Experten, in der aktuelle Themen hinterfragt und diskutiert werden sollen. Kein klassisches Podium mit Fragen aus dem Publikum, sondern eine Gesprächsrunde, in der alle auf Augenhöhe mitreden, Fragen stellen, ihre Meinung oder Expertise teilen.

Nachbericht + Stream: Zwischen Pitch-Unkultur und validen Selektionsverfahren

Bei einer Online-Diskussion am 17. März 2021 diskutierten hochkarätige Auftraggeber*innen, der Wiener Fachgruppenobmann und Agenturvertreter*innen über Österreichs Pitch-(Un)Kultur.  Zusammen mit dem Vergaberechtsanwalt Martin Schiefer, der seine juristische Perspektive einbrachte, ging man brisanten Themen auf die Spur: Dienen Chemistry-Meetings der besseren Teamzusammensetzung? Wie offen oder wie reguliert sollte ein Pitchprozess sein? Wird die Corona-Krise die Auswahlkriterien bei Vergabeverfahren verändern? Durch den Abend führte Moderator Alexander Oswald, Präsident der Österreichischen Marketinggesellschaft (ÖMG) und Managing Partner der Futura GmbH.

„Es ist ein antiquiertes Bild, das Unternehmen von Agenturen haben: Denken ist eh umsonst. Dass Unternehmen schon vor einer Beauftragung kreative Ausarbeitungen von Agenturen verlangen, ist ein Unding“, so eröffnet Alexander Oswald die Diskussion rund um das Thema „Zwischen Pitch-Unkultur und validen Selektionsverfahren – Wettbewerbsprozesse in Krisenzeiten“. Auf Unternehmensseite diskutierten Manuela Bruck, Leitung Unternehmenskommunikation Post AG und Tanja Sourek, VP Brand Communications Magenta. Die Kreativ-Agenturen wurden durch Jürgen Bauer, Fachgruppenobmann Werbung und Kommunikation der Fachgruppe Wien, Sebastian Bayer, Vizepräsident IAA sowie Michael Kapfer, CEO GGK Mullenlowe vertreten. Vergaberechtsanwalt Martin Schiefer rundet das hochkarätige Panel ab und bringt eine juristische Perspektive in die spannende Diskussion ein.

Unternehmen fordern engere Zusammenarbeit zwischen den Agenturpartnern

„Wir brauchen eine viel engere Zusammenarbeit zwischen den Agenturen – Die Anforderungen werden immer vielseitiger, in Zukunft werden Lead-Agenturen noch enger mit Partneragenturen zusammenarbeiten und sich gegenseitig ergänzen müssen“, so Tanja Sourek, VP Brand Communications bei Magenta. Dass Unternehmen zukünftig mehr auf Agentur-Netzwerke setzen werden, denkt auch Manuela Bruck, Leitung Unternehmenskommunikation der Post AG: „Unternehmen sollten sich nicht nur auf die Lead-Agentur verlassen: Die wird dir das vorschlagen, was sie am besten kann. Darum ist ein Netzwerk aus Agenturen bereichernd.“ Diese Ansicht vertritt auch die Agenturseite, ist aber auch klar der Meinung, dass es eine strategische Hierarchie braucht, die im Pitch zu definieren sei. Alle sind sich einig, dass sich die Rahmenbedingungen der Vergabeprozesse verändern müssen. Man verglich Ausschreibungsverfahren mit der Partnerwahl auf Tinder.

„Das Problem ist nicht die Schnelllebigkeit, mit der wir tagtäglich zu tun haben, sondern dass bei einer Vergabe klar definiert sein muss, welche Aufgaben erfüllt werden müssen. Wenn das nicht ordentlich läuft, gibt es keine Allianzen, sondern die Agenturen bekämpfen sich gegenseitig“, sagt Jürgen Bauer, Fachgruppenobmann Werbung und Marktkommunikation der Fachgruppe Wien.

Agenturen kritisieren Ausschreibungen und Ideenklau

„Bevor Kriterien für das Vergabeverfahren festgelegt werden, sollte eine Markterkundung durchgeführt werden. Das wird in der Praxis zu selten gemacht, dadurch wird in Pitches unnötig viel Kreativarbeit verlangt und alle Beteiligten verlieren dadurch viel Zeit“, weiß Vergaberechtsanwalt Martin Schiefer. Die verlangte Kreativarbeit wird allerdings nicht entlohnt und schlimmstenfalls nutzen die Unternehmen die Ideen trotzdem. „Ideenklau ist in unserer Branche kein Kavaliersdelikt“, so Jürgen Bauer. Aber wie können sich Agenturen davor schützen? Eine Lösung wären Marktstandards für die Abwicklung von Pitch-Prozessen, die allen bekannt sind. Das würde auch dem Problem entgegenwirken, dass Auftraggeber*innen unrealistische Erwartungen an Agenturen stellen. Das bestätigt Martin Schiefer, der festhält, dass die Opulenz der Ausschreibungsdokumente durchaus im Entscheidungsrahmen von Unternehmen selbst liegt.

Eine krisenfeste Branche – auch in Zukunft?

In kaum einer Branche muss so schnell auf Veränderungen reagiert werden wie in der Kreativbranche. „Dass sich die Umstände schnell verändern, ist kein Problem für unsere Branche. Es ist unser Job, auf aktuelle Trends und Veränderungen zu reagieren. Und dass wir das können, haben wir nicht nur während der Pandemie bewiesen“, erklärt Jürgen Bauer. „Wir sehen, wie sehr sich die Branche weiterentwickelt. Wir sind angehalten, darauf zu reagieren und uns neue Möglichkeiten für Pitch-Prozesse zu überlegen“, fasst Moderator Alexander Oswald abschließend zusammen.

Die Aufzeichnung des Events findet ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=tFVHIJfj0Wk

ÖMG Upcoming Events

Liebe Mitglieder,

folgende Events erwarten euch in den nächsten Wochen:

20. April: ÖMG Sprechstunde „Wie wird man Gewinner der Pandemie?

Hosts: 

Maimuna Mosser (Country Marketing Manager Ikea Austria GmbH)  und 

Judith Zingerle (Leitung Marketing Standard Verlags GmbH) 

Digital Event

Start: 17.30 Uhr 

18.Mai: ÖMG Sprechstunde: „Briefing – Shit In, Shit Out“ 

Hosts: 

Manfred Gansterer (Partner Futura GmbH)

Judith Zingerle (Leitung Marketing Standard Verlags GmbH)

Digital Event 

Start: 17:30 Uhr 

23. Juni: Marketing Circle: „Der Post-Corona-Kunde – wie sich das Kundenverhalten ändert und worauf Marketer achten müssen“

Detailliertere Informationen folgen in den jeweiligen Blogbeiträgen.

Wir freuen uns Euch online sowie persönlich bei den Events zu sehen.

Euer ÖMG Team 

Future of Marketing Café – Wohin steuert das Marketing?

Das nächste  Future of Marketing Café in Kooperation mit der LSZ und der ÖMG findet am 24. März 2020 statt 

Wohin steuert das Marketing?
Mit Vollgas ins Digitale oder Rückkehr zum physischen Erlebnis?
3 Top Marketer gewähren Einblick in ihre Routenplanung

Line-up:

Yvonne Haider (Leitung Marketing und PR Vöslauer)

Alexander Oswald (Präsident ÖMG)

Jörg Pizzera (Marketing Director, CMO McDonalds)

Karin Seywald-Czihak (Geschäftsführung ÖBB-Werbung GmbH)

Melden Sie sich jetzt kostenlos zum Webinar an und werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen und Marketingstrategien der Top Brands Vöslauer, McDonald´s und ÖBB.

Anmeldung:

https://attendee.gotowebinar.com/register/4520230153840156685?source=%C3%96MG

Selbstverständlich können Sie sich auch aktiv durch Fragen, Kommentare etc. in den Online Talk einbringen. Im Nachgang werden wir die Aufzeichnung des Webinars mit Ihnen teilen.

Wann: Mittwoch, 24. März 2021 von 16:30 – 17:30 

Wo: Wo immer Sie es bequem haben und eine gute Internetverbidung haben

Die ÖMG-Sprechstunden

Wir starten am 23. Februar mit der Eventreihe „ die ÖMG Sprechstunden“ zum Thema:

„Collaboration & Stakeholder Management im Homeoffice“

Den Auftakt machen Jan Gorfer und Alexander Oswald zum Thema Mobiles Office und den damit verbundenen Herausforderungen, in Teams und in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern.

Das klassische Brainstormingmeeting sowie die „schnell über den Schreibtisch gerufene Info“ gibt es einerseits nicht mehr, andererseits bieten Technologie-Plattformen unterschiedliche Lösungsansätze – von Kollaborationstools für kreative Prozesse bis hin zu Kommunikations- und Projektmanagementsystemen.

Welche spannenden Entwicklungen es hier am Markt gibt und wofür sie sich eignen, werden in dieser Sprechstunde gemeinsam beleuchtet.

Technologie kann ein hervorragender Vereinfacher sein, letztlich geht es bei Kollaboration und Stakeholder Management aber immer um die Menschen.

Herr Dr. Hannes Sonnberger, Businesscoach und Marketingexperte wird in einem Impuls zum Thema: Herausforderungen und Lösungsansätze – Zusammenspiel und Verbindung von Technologie und Mensch  zur Diskussionsanregung mit uns gemeinsam vorstellen.

Wir freuen uns auf einen interessanten Gedankenaustausch.

Bitte melden Sie sich an, Sie erhalten von uns dann kurz vor der Veranstaltung ein Mail mit einem Teilnahmelink.

Wann: Dienstag, 23. Februar 2021, 17:30 Uhr

Wo: Wo immer Sie es bequem haben und eine gute Internetverbindung haben 

Das Format „die ÖMG Sprechstunden“ ist ein digitales, interaktives Format von Experten für Experten, in der aktuelle Themen hinterfragt und diskutiert werden sollen. Kein klassisches Podium mit Fragen aus dem Publikum, sondern eine Gesprächsrunde, in der alle auf Augenhöhe mitreden, Fragen stellen, ihre Meinung oder Expertise teilen.